edition krimi veröffentlicht wieder neue Giftmorde – inzwischen Teil vier der Krimireihe. Jeder Autor bekommt eine Pflanze, die er gewissenhaft erforschen und zu einer hübschen Geschichte verarbeiten wird. Damit sich die Krimis nicht ähneln, stimmen wir die Ideen ab. Dann wird weiter recherchiert. Mich haben, neben der Gestalt der Pflanze und natürlich der Art und Weise, wie das Gift den Körper unter üblem Leide schwächt, jedes Mal die abstrusen Anekdoten fasziniert. Die Christrose aus „Giftmorde 1“ („Schweine kennen keine Moral“) hatte schon in der Antike ihren Ruf weg als Heilerin der Irren und Verwirrten.
Iphianassa und Lysippe, Töchter des Königs Proitos von Argos waren überzeugt, Kühe zu sein, und verwüsteten das Land.
Wunderbar, das konnte die esoterische Protagonistin als Aquarell umsetzen. Oder die Sache mit der Orakelblume:
Die Christrose galt früher auch als Orakelblume für das kommende Jahr in der Weihnachtszeit. Man stellte 12 Knospen der Christrose ins Wasser. Jede Knospe bedeutete einen Monat. An der Art, wie sich die Knospen öffneten, konnte man das Wetter des entsprechenden Monats ablesen. Geschlossene Knospen bedeuteten schlechtes Wetter, geöffnete Knospen gutes Wetter.
Natürlich hat die Dame, die mit ihrem Mann ein altes Bauernhaus bewohnt und zwei Schweine hütet, dieses Orakel in der Küche stehen. Dem Arzt, der in ihre Idylle zwecks Hausbesuch einbricht, verrät sie ihre Liebe zur Christrose allerdings erst einigermaßen spät.
Dieses Mal erfahren wir einiges über den Wurmfarn. Die Recherche war mir nicht direkt nach dem Essen möglich, so viel dazu. Nichtsdestotrotz ist der eklige Wurm als Parasitenerkrankung recht häufig, vor allem dort, wo kleine Kinder umeinander springen und diverse Gegenstände in den Mund nehmen. Mir war recht bald klar, dass mein giftiger Wurmfarn unbedingt im Kontext der Wurmerkrankung erzählt werden wollte, weshalb der Schauplatz auch konsequent eine Kita geworden ist. Mit drei Kindern fiel es mir auch nicht schwer, mich zu erinnern an die Atmosphäre, an den harten Job der Erzieher, an die Eltern und ihre Sorgen, die allzu gern als die Belange der Kinder verpackt werden. Ich glaube, der Spagat zwischen meiner persönlichen Wertschätzung erzieherischer Schwerstarbeit und Tötungsfähigkeit im Kitaalltag ist mir tatsächlich gelungen. Was mich besonders freut: Ich durfte das Buch mit meiner Geschichte eröffnen.